Das große altnordische Wörterbuch
Richard Cleasby und Guðbrandur Vigfússon, An Icelandic-English Dictionary, Oxford 1874. Durchsuchbar nach Stichwort oder im gesamten Erklärungstext, mit aufgelösten Abkürzungen und Quellensiglen. Edda-Belegstellen führen direkt zur Strophe im Edda-Fundus von Runavation.
Einträge: …Deutsch übersetzt: …Mit Edda-Fundus verknüpft: …Fundus-Strophen: …
So liest du die Einträge
- Die Erklärungen sind englisch und stammen aus dem 19. Jahrhundert. Manche Wörter sind veraltet, weil die Autoren verwandte englische Wörter bevorzugten.
- Das Wörterbuch schreibt ö, wo die normalisierte altnordische Schreibung oft ǫ hat. Unter dem Stichwort steht eine automatisch erzeugte ǫ-Form. Sie ist ein Suchhinweis, keine geprüfte Normalform: Nicht jedes ö geht auf altnordisches ǫ zurück.
- Quellensiglen wie Hm. oder Fms. vii. 239 werden unter dem Eintrag aufgelöst. Die Zuordnung erfolgt automatisch über die Abkürzungsliste des Buches und kann bei kurzen Siglen danebenliegen.
- Etymologien und kulturgeschichtliche Deutungen geben den Forschungsstand von 1874 wieder. Für eigene Arbeiten lohnt der Abgleich mit neuerer Literatur.
Deutsche Übersetzung
- Übersetzt wird zuerst der Edda-Wortschatz: alle Einträge, die Lieder der Lieder-Edda zitieren (2.810 Einträge). Die Übersetzung läuft noch; wo sie fehlt, steht der englische Originaltext.
- Die deutsche Übersetzung entstand 2026 mit Hilfe von KI (Claude) nach Cleasby/Vigfusson 1874. Altnordische Wörter, Belegstellen, lateinische und griechische Glossen bleiben unverändert. Über den Schalter „Englisch (Original)“ siehst du jederzeit den Ausgangstext. Wenn du zitierst, prüf bitte am Original.
- Das Buch nennt Etymologien und Wertungen aus dem Stand von 1874. Die Übersetzung gibt sie wieder, prüft sie aber nicht.
Verknüpfung mit dem Edda-Fundus
- Zitiert ein Eintrag ein Eddalied (z. B. Vsp. 3, Hkv. 2. 14), steht darunter „Im Edda-Fundus“. Ein Klick öffnet die Strophe in der Übertragung von Karl Simrock (1851) und in einer heutigen deutschen Fassung.
- Cleasby/Vigfusson zählen die Strophen nach den Ausgaben ihrer Zeit. Der Fundus zählt meist nach Simrock. Deshalb macht die Seite eine Gegenprobe: Sie sucht das Stichwort bzw. die zitierte altnordische Wendung in der Strophe. Grün heißt gefunden, gelb heißt in einer Nachbarstrophe gefunden, rot heißt nicht gefunden – dann bitte von Hand gegenprüfen. Die Wortsuche arbeitet mit Wortanfängen; Ablautformen (etwa hjörð – hjarðir) erkennt sie nicht, und häufige Wörter können zufällig treffen.
- Verknüpft sind die Götter- und Heldenlieder, die im Fundus aufbereitet sind. Die Prosa der Jüngeren Edda (Gylfaginning, Skáldskaparmál) ist nicht verknüpft: Das Wörterbuch zitiert sie nach Seitenzahlen einer Ausgabe des 19. Jahrhunderts („Edda 109“), und die lassen sich nicht zuverlässig auf Kapitel umrechnen. Grottasöngr und Sólarljóð fehlen im Fundus.
- Der altnordische Originaltext der Strophen wird hier derzeit nicht angezeigt.
Herkunft der Daten
Das Wörterbuch von 1874 ist gemeinfrei. Die digitale Fassung und die Abkürzungsliste stammen aus den Open-Source-Paketen von Sampo Silvennoinen (MIT-Lizenz): cleasby-vigfusson-dictionary und cleasby-vigfusson-abbreviations. Der Text ist digitalisiert und kann einzelne Erkennungsfehler enthalten. Im Zweifel gilt das gedruckte Original.